Chronische Schmerzen: Häufig und kostenintensiv
München, September 2010. Schmerzen sind ein weit verbreitetes Gesundheits-problem. Immerhin rund zehn Millionen Menschen leiden in Deutschland an dauerhaften behandlungsbedürftigen Schmerzen. Besonders häufig sind Rücken-, Kopf-, Muskel-, oder Nervenschmerzen. Schmerzerkrankungen verursachen Kosten in Höhe von 29 Milliarden Euro pro Jahr – einen Großteil machen dabei direkte Behandlungskosten wie Diagnostik und Therapie aus.
Der größere Teil fällt jedoch bei den indirekten Krankheitskosten für Arbeitsunfähigkeit, Krankengeld und Berentung an. So wird etwa jeder dritte Euro, den die gesetzliche Rentenversicherung für die Rehabilitation bereitstellt, für Rückenleiden ausgegeben.
Vor diesem Hintergrund hat die almeda bereits im Jahr 2006 ein Coachingprogramm für Menschen mit akuten und chronischen Rückenschmerzen gestartet. Im Fokus des Programms stehen vor allem die Reduktion der Schmerzintensität, die Steigerung der körperlichen Bewegung sowie die Verringerung der Stressbelastungen, um die Lebensqualität der Teilnehmer zu erhöhen.
Wie erfolgreich das gelingt demonstrieren medizinische Auswertungen der Hallesche Krankenversicherung, die eine signifikante Reduktion bei den Schmerzen und Stressbelastungen sowie deutliche Steigerungen der Alltagsbewegung und der sportlichen Aktivität der Teilnehmer zeigen. Erste ökonomische Evaluationen belegen eine Minderung der Leistungsausgaben.
In der Folge wurde das Spektrum der schmerzspezifischen Gesundheitsprogramme um die Indikation Migräne und Kopfschmerz erweitert. Hauptziel ist die Minderung von Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzattacken. Über speziell entwickelte Schmerzprotokolle werden dabei die wichtigsten Auslösefaktoren identifiziert. Weiterhin stehen die Förderung von körperlicher Bewegung, die Schulung von Stressbewältigungstechniken sowie die Vermittlung ausgewählter Leistungserbringer (z. B. Schmerzambulanzen) im Mittelpunkt.
Eine Weiterentwicklung dieser Schmerzprogramme kann aber auch für Menschen mit Rheuma sinnvoll sein – insbesondere im Kontext der Änderung von Lebensstilfaktoren und einer damit verbundenen Schmerzreduktion. Eine jüngst auf der Jahrestagung der europäischen Rheumaliga (EULAR) veröffentlichte Studie zeigt, dass statistisch gesehen fast drei von vier Frauen mit rheumatoider Arthritis täglich Schmerzen haben – mit erheblichen Auswirkungen auf das Familien- und Berufsleben. 71 Prozent der befragten Berufstätigen gaben an, dass ihre Produktivität am Arbeitsplatz aufgrund der Schmerzen eingeschränkt sei.
Aus diesem Grund appelliert die europäische Rheumaliga an alle Akteure im Gesundheitswesen, bei der Therapie und Versorgung von chronischen Rheumapatienten den Fokus stärker auf die Risikofaktoren der Schmerzen zu richten.
Weiterführende Informationen zu den Kernelementen der almeda Gesundheitsprogramme
Veröffentlicht in almeda aktuell, Ausgabe 3/2010, Archiv
