Service senkt Kosten
Mit neuen Konzepten zum Hochkostenmanagement können sich
Krankenkassen für den Gesundheitsfonds wappnen. Dazu fand am
29.02.2008 die "Fachtagung Gesundheitsfonds - Risiken erkennen
und handeln" der BKK Gesundheit und der ArztPartner almeda
AG in München statt
Der dringende Bedarf an innovativen Lösungen für das
Hochkostenmanagement wurde am Freitag, den 29. Februar 2008 deutlich.
Rund 55 Vorstände, Geschäftsführer und Fachvertreter
der gesetzlichen und privaten Versicherer trafen sich zur Fachtagung
„Gesundheitsfonds – Risiken erkennen und handeln“
der ArztPartner almeda AG und der BKK Gesundheit. Gemeinsam stellten
die Initiatoren ein neuartiges Konzept vor, das das Ziel hat, durch
vorausschauendes Management Hochkostenfälle im Vorfeld zu vermeiden.
„Der Gesundheitsfonds ist eine Herausforderung für das
Management der Kassen. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Verbesserung
von Deckungsbeiträgen für ausgabenintensive Versicherte“,
so Prof. Dr. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg
Essen. In seinem Vortrag beschäftigte er sich mit den 2009
zu erwartenden Gesetzesänderungen und den daraus entstehenden
Risiken für die Krankenkassen. Dabei machte Wasem deutlich,
wie wichtig es für diese ist, sich für die neue Wettbewerbssituation
zu rüsten. Auch und gerade im Hinblick auf die nicht im Morbiditäts-Risikostrukturausgleich
berücksichtigten Krankheiten. Mit Blick auf die Positionierung
als qualitätsorientierter Versicherer gewinne die Identifikation
der hinsichtlich der Ausgaberisiken steuerbaren Versicherten an
Bedeutung, so Wasem.
Risikopatienten gezielt steuern
Eine Möglichkeit, mit Disease-Management-Instrumenten echte
Versorgungseffekte zu erzielen und dabei auch positiv auf die Kostensituation
einzuwirken, stellte Dr. Stefan Kottmair, Vorstand der ArztPartner
almeda AG, vor. Gemeinsam mit der BKK Gesundheit startete der führende
Anbieter telemetrisch gestützter Gesundheitsprogramme im Mai
2007 das Modellprojekt Gesundheitsservice Plus. In dem indikationsübergreifenden
Programm werden derzeit über 3.400 chronisch kranke Menschen
betreut, 1.000 Versicherte werden in einer Kontrollgruppe beobachtet.
Die Basis dafür bildet das neuen Prognosemodells DxCG®,
"Likelihood of Hospitalisation“, dessen Funktionsweise
Torsten Baumann, Vorstand der Dato to Decision AG erläuterte.
Mit seiner Hilfe werden Patienten identifiziert, die innerhalb der
nächsten sechs Monate mit hoher Wahrscheinlichkeit stationär
behandelt werden müssen. Um dies zu vermeiden, setzt Gesundheitsservice
Plus ein sogenanntes "Whole Patient Management" ein. Dabei
handelt es sich um eine individuelle Betreuung der Teilnehmer durch
speziell geschulte Gesundheitscoaches der ArztPartner almeda AG.
Ziel ist es, die Eigenverantwortung des Patienten zu stärken,
sowie Anleitungen zum Selbstmanagement der Erkrankung zu geben –
und damit die Kernprobleme zu lösen, die zu plötzlichen
Verschlechterungen des Verlaufs und zu Hospitalisierungen führen
können.
Lohnendes Kundenbindungsinstrument
Dass das neue Modell greift, belegte Achim Beißel, Leiter
Kompetenzcenter Krankenhaus, BKK Gesundheit mit einem Vortrag zum
„Controlling Gesundheitsservice Plus“. Nach achtmonatiger
Laufzeit zeigt sich zum einen, dass sich das Programm als Kundenbindungsinstrument
lohnt – ablesbar an einer im Vergleich deutlich niedrigeren
Kündigungsrate unter den Teilnehmern. Zudem, so Beißel,
sei „der Trend zur Vermeidung von Krankenhausaufenthalten
deutlich erkennbar“. Langfristig werde nicht nur eine Reduzierung
der stationären Einweisungen, sondern eine positive Entwicklung
in der Gesamtkostenbetrachtung angestrebt. Dafür sei es aber
nach einem dreiviertel Jahr noch zu früh. Daher hat die BKK
die Laufzeit des Modellprojekts auf 20 Monate verlängert. Für
finanziellen Rückhalt könnte bei alledem mit der Münchener
Rück ein dritter Partner sorgen. Modelle der Rückversicherung,
die innovative Konzepte im Versorgungsmanagement ermöglichen,
skizzierte Dr. Franz Benstetter, Head of Managed Care Services der
Münchener Rück.
Angebot trifft ins Schwarze
ArztPartner almeda Vorstand Dr. Stefan Kottmair zeigte sich mit
dem Verlauf der Tagung äußerst zufrieden: “Die
Resonanz übertraf unsere Erwartungen. In den Gesprächen
mit Entscheidern der Versicherungen wurde deutlich, wie wichtig
die Pionierarbeit ist, die wir gemeinsam mit der BKK Gesundheit
leisten. – Und wie exakt die von uns angebotenen Modelle ins
Schwarze treffen.“
Unterlagen zu den Fachvorträgen erhalten Sie unter:
http://www.arztpartner.com/Download/Vortraege/Fachtagung_Gesundheitsfonds
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir stellen Ihnen die neuen
Konzepte zum Hochkostenmanagement gerne persönlich vor.
|